Partyspiele für Erwachsene, die deine Freunde wirklich mitspielen
Partyspiele für Erwachsene, ehrlich sortiert nach Situation. Von Klassikern ohne Aufbau bis zu Handyspielen für große Gruppen, und welches wann passt.

Viele Listen mit Partyspielen für Erwachsene lesen sich, als hätte sie jemand geschrieben, der noch nie acht müde Leute an einem Samstagabend zu irgendetwas überreden musste. Wir entwickeln Partyspiele. Deshalb wissen wir ziemlich genau, wo gute Ideen sterben: in den ersten zwei Minuten, beim Regelnerklären.
Hier stehen also keine fünfzig Spiele, die ihr nie spielen werdet. Sondern die, die bei Spieleabenden mit Freunden tatsächlich funktionieren, sortiert nach der Art Abend, die gerade läuft.
Zwei Regeln vorweg
Nimm ein Spiel, das in unter einer Minute startet. Sobald jemand sagt „Moment, ich erklär kurz die Regeln“, greift die Hälfte des Raums zum Handy. Alles in diesem Artikel lässt sich in ein, zwei Sätzen erklären, und das meiste erklärt sich nach der ersten Runde von selbst.
Die zweite Regel klingt banal: Lass die Person das nächste Spiel aussuchen, die bisher am wenigsten gesagt hat. Meistens hat sie einen guten Riecher. Und danach ist sie drin.
Wenn sowieso alle am Handy hängen
Gegen die Handys anzukämpfen, bringt selten etwas. Dann eben mit ihnen.
Der Hochstapler gehört zu unseren beliebtesten Spielen, und das hat Gründe. Alle bekommen dasselbe geheime Wort, nur einer nicht, und der muss sich durch die Hinweisrunde bluffen. Jeder Hinweis besteht aus genau einem Wort, die Runden sind also kurz. Laut wird es erst bei der Abstimmung. Das Spiel läuft mit 3 bis 12 Leuten, und weil jede Runde jemand anderes der Hochstapler ist, darf jeder mal lügen.
Kritzel-Galerie ist für Gruppen, die steif und fest behaupten, niemand könne zeichnen. Genau darum geht es ja. Alle malen dasselbe Motiv auf dem eigenen Handy, dann hängen die Bilder anonym in einer Galerie, und jeder stimmt für seinen Favoriten. Das schlechteste Bild im Raum gewinnt öfter, als man denkt. Falls deine Runde Zeichnen aber wirklich hasst: einfach überspringen, kein Drama.
Habt ihr Musikmenschen in der Runde, klärt Song-Battles die ewige Frage nach dem besten Geschmack in einem K.-o.-Turnier. Zwei Leute bekommen dasselbe Thema, etwa „Hymne für den Roadtrip“, jeder wählt heimlich einen Song, und alle anderen stimmen ab, ohne zu wissen, wem Song A und wem Song B gehört. Aus Loyalität für den besten Kumpel stimmen? Klappt nicht.
Wenn die Gruppe groß ist
Ab zwölf Leuten ändert sich alles.
Spiele, bei denen einer nach dem anderen dran ist, ziehen sich dann wie Kaugummi, weil immer elf Leute warten. Besser sind Spiele, bei denen alle gleichzeitig antworten.
Bei Wer am nächsten dran ist ist die Antwort auf jede Frage eine Zahl (wie hoch, wie weit, wie viele), und wer am dichtesten dran liegt, holt die meisten Punkte. Niemand muss die Antwort wirklich wissen. Genau deshalb klappt es auch in Runden, in denen sich Leute mit sehr unterschiedlichem Allgemeinwissen treffen.
Preis-Check funktioniert nach demselben Prinzip, nur mit echten Produkten, und entlarvt zuverlässig den Freund, der keine Ahnung hat, was irgendetwas kostet. Einen Haken solltest du kennen: In deutschsprachigen Räumen stammen die Produkte von Amazon UK, die Preise stehen in britischen Pfund. Ein bisschen Kopfrechnen gehört also dazu. Beide Spiele schaffen bis zu 20 Leute.
Für Freundeskreise, die gern diskutieren
Manche Gruppen haben am Streiten mehr Spaß als am eigentlichen Spiel. Dann gib ihnen Futter.
Bei der Tier List sortieren alle heimlich dieselbe Kategorie von S bis F, und die gemeinsame Liste der Gruppe wird zur Lösung. Punkte gibt es dafür, möglichst nah an der Gruppe zu liegen. Klingt harmlos. Bis jemand ein Gericht auf S packt, das alle anderen eklig finden, und es fünf Minuten lang verteidigt. Die Auflösung zeigt außerdem, welcher Begriff am umstrittensten war, was die Diskussion eher verlängert als beendet.
Wavelength ist freundlicher, spaltet aber auf leise Art. Einer sieht einen geheimen Punkt auf einer Skala wie Kalt bis Heiß und gibt einen kurzen Hinweis, alle anderen stellen ihren eigenen Regler ein. Du lernst ziemlich schnell, dass „lauwarmer Tee“ für jeden Menschen eine andere Temperatur hat.
Klassiker, für die ihr gar nichts braucht
Kein Handy, kein Kartenspiel, kein Aufbau. Ein, zwei davon solltest du immer im Kopf haben, für den Moment, in dem das WLAN aufgibt.
- Scharade (oder Pantomime). Filme, Bücher oder Begriffe darstellen, ohne ein Wort zu sagen. Am besten in zwei Teams und mit einer Minute pro Versuch, sonst wird es zäh.
- Werwolf. Ein paar Leute sind heimlich Werwölfe, der Rest muss sie finden. Ihr braucht eine Spielleitung, und so richtig gut wird es ab etwa acht Leuten. Großartiges Spiel, aber plant mindestens eine halbe Stunde ein.
- Zwei Wahrheiten, eine Lüge. Jeder erzählt drei Dinge über sich, die anderen raten, was gelogen ist. Am lustigsten mit Leuten, die sich noch nicht so gut kennen.
- Wer bin ich? Ein Promi auf dem Post-it an der Stirn, dann nur Ja-Nein-Fragen, bis der Groschen fällt.
- Stadt, Land, Fluss. Streng genommen braucht ihr Zettel und Stift. Läuft trotzdem immer.
Wenn sich nicht alle kennen
Der Geburtstag einer Freundin, auf dem du genau drei Leute kennst. Der erste Abend einer Gruppenreise. Hier willst du Spiele, bei denen niemand „schlecht“ sein kann.
Wie gut kennst du mich? klingt nach besten Freunden, funktioniert aber erstaunlich gut mit neuen. Einer sitzt auf dem heißen Stuhl und beantwortet eine Frage über sich, die anderen raten, was er gewählt hat. In zehn Minuten erfährst du mehr über Leute als in einer Stunde Smalltalk am Buffet.
Die andere sichere Wahl ist Wer am nächsten dran ist. Mit einer schlechten Schätzung blamiert sich niemand, mit einer guten wird man kurz zur Legende.
Für einen langen Abend
Ganzer Abend, kleine Runde? Dann darf es mehr Tiefgang sein.
Spurlos verschwunden ist ein Detektivspiel für 3 bis 6 Leute. Ein unbezahlbarer Schatz ist weg, ihr befragt euch gegenseitig und schließt Karten aus, bis ihr wisst, wer es war, wo und wie. Die ganze Wahrheit ist kooperativ: Jeder ist Zeuge und hat einen anderen Teil desselben Ereignisses gesehen, und die Gruppe setzt die Geschichte gemeinsam zusammen. Niemand von euch lügt. Die Beweise, die zwischendurch auftauchen, sind da weniger zuverlässig.
Keins von beiden ist ein Fünf-Minuten-Spiel. Muss es auch nicht sein.
Wie wir den Abend aufziehen würden
Fang mit etwas an, das alle gleichzeitig spielen, Wer am nächsten dran ist oder Preis-Check, solange noch Leute eintrudeln und Jacken herumliegen. Sobald alle sitzen, kommt Der Hochstapler. Danach darf jemand aussuchen, der noch nicht dran war. Und wenn die Stimmung irgendwann absackt, holt die Kritzel-Galerie sie zurück, weil der Moment, in dem die Galerie mit den Bildern deiner Freunde aufgeht, einfach jedes Mal komisch ist.
Alle Handyspiele aus diesem Artikel laufen auf Guezzer. Einer öffnet im Browser einen Raum, die anderen kommen mit dem Raumcode, einem Einladungslink oder per QR-Code auf ihrem eigenen Handy dazu. Kein Konto, nichts zu installieren (wer lieber eine App mag, findet eine für Android). Spielen kostet nichts.
Scharade allerdings auch nicht.


